Im Februar 2026 organisierte der Bayerische Jugendring erneut die U18-Wahl in Bayern. Neu war diesmal das digitale Pilotprojekt: Erstmals konnten Jugendliche in ausgewählten Kommunen online abstimmen, parallel zu den klassischen Wahllokalen vor Ort. Die Wähler:innen sind zwischen 14 und 17 Jahre alt. Für viele ist diese Abstimmung nicht nur die erste Wahl, sondern die erste Begegnung mit demokratischer Teilhabe überhaupt.
Anders als frühere Generationen haben diese Jugendlichen keine analoge Referenz für den Wahlakt. Keine Wahlkabine. Keine Urne. Ihre erste demokratische Handlung findet in einer Softwareoberfläche statt.
Die Studie untersucht, wie Jugendliche die digitale beziehungsweise hybride U18-Wahl hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit, Vertrauen, Transparenz, demokratischer Bedeutsamkeit, Verbindlichkeit und wahrgenommener Nachprüfbarkeit der Stimmabgabe wahrnehmen.
Die meisten Jugendlichen haben noch nie gesehen, wie Stimmen ausgezählt werden. Für sie entsteht Vertrauen nicht im Raum — sondern im Interface.
Das Studiendesign erlaubt einen seltenen Vergleich. In zehn bayerischen Pilotgebieten wurde digital gewählt, in den übrigen Kommunen klassisch auf Papier. Von den 2.981 digital abgegebenen Stimmen beantworteten 387 Wähler:innen direkt nach der Stimmabgabe einen Begleitfragebogen. 124 weitere Befragte stammen aus den analogen Wahllokalen der übrigen Kommunen - sie urteilten über die digitale Variante im Konjunktiv, also darüber, was sie sich vorstellen können und was sie erwarten. Erfahrung steht gegen Imagination.